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Die Turks and Caicos Islands

Ein Artikel von Martin Mühlbauer

Immer öfter begegnet man im Internet Domains mit der Endung .tc, doch kaum jemand weiß, woher dieses Länderkürzel stammt. Forscht man aber ein wenig nach, so bekommt man schnell die Antwort: .tc gehört zum karibischen Inselparadies Turks and Caicos Islands (TCI). Das folgende kleine Inselportrait soll interessierten Lesern einen Einstieg in die Thematik bieten und kurz über die wichtigsten landeskundlichen Merkmale des Archipels informieren.

Geschichte:
Die Turks and Caicos Islands waren bis zum Jahr 1962 Teil der britischen Kolonie Jamaica, anschließend - nach der Unabhängigkeit Jamaicas - erhielten sie den Status einer separaten Kronkolonie. In der Zeit zwischen 1965 und 1973 war dann der Gouverneur der Bahamas für alle Angelegenheiten die TCI betreffend zuständig. Nach der Unabhängigkeit der Bahamas wurde schließlich ein eigener Gouverneur auf die TCI entsandt. Man hatte den Inseln ursprünglich für 1983 die Unabhängigkeit versprochen, diese Entscheidung wurde jedoch widerrufen, so dass die TCI heute den Status eines britischen Übersee-Gebiets haben.

Geographie:
Die TCI setzen sich aus ca. 40 Inseln zusammen, welche in zwei Inselketten unterteilt werden können, die südöstlich von Miami und nördlich der Insel Hispaniola liegen. Aufgrund der geographischen Lage lassen sich die TCI dem Bahamas-Archipel zuordnen. Mit einer Landfläche von 430qm² umfassen die TCI ein Gebiet in etwa so groß wie Andorra. Hauptstadt ist das auf Grand Turk gelegene Cockburn. Die vorwiegend flachen Inseln sind aus einer unter der Meeresoberfläche liegenden Kalksteinbank entstanden, daher sind sie von nur sechs Meter tiefem Wasser umgeben. Die Turks werden von den Caicos-Inseln durch einen 2134m tiefen Graben getrennt, welcher gleichzeitig die Verbindungsstelle zwischen Atlantik und Karibik markiert.

Bevölkerung:
Im Jahre 2002 betrug die Bevölkerung der TCI knapp 19 000 Menschen, welche sich auf lediglich acht der 40 Inseln verteilen. Das Volk der TCI in seiner heutigen Form setzt sich vorwiegend aus den Nachfahren afrikanischer Sklaven zusammen, aber es gibt auch eine europäische und amerikanische Minderheit. Die vorherrschende Religion auf den Inseln ist das Christentum, als offizielle Amtssprache dient Englisch.

Politik:
Der offizielle Name der TCI lautet "Turks and Caicos Islands". Als Überseeterritorium des Vereinigten Königreiches nimmt Königin Elizabeth II - repräsentiert durch einen Gouverneur - die Position des Staatsoberhaupts ein. Der Ministerpräsident fungiert als Regierungschef. Das Parlament mit insgesamt 19 Sitzen wird alle vier Jahre von der volljährigen Bevölkerung der Inseln gewählt. Die beiden stärksten Parteien sind die PDM (People's Democratic Movement) und die PNP (Progressive National Party). Als Symbole des Staats dienen die Hymne Großbritanniens und eine vom Union Jack abgeleitete Flagge. Der Nationalfeiertag der TCI wird am 30. August begangen, dem Tag der Einführung der eigenen Verfassung.

Wirtschaft:
Die Wirtschaft der TCI basiert zum größten Teil auf dem Tourismus. Hauptsächlich Amerikaner buchen einen Urlaub auf den TCI, aber auch Europäer - insbesondere Briten - besuchen die Inseln. Darüber hinaus sind die TCI in den vergangenen Jahrzehnten zu einem bedeutenden Bankenplatz herangewachsen. Auch der Fischfang stellt eine profitable Einnahmequelle dar.

(c) 2006 by Martin Mühlbauer - martin@lachan.de